Person am Schreibtisch mit Laptop, Papier und einer Tasse

Lebenslauf – einmal anders.

Ein neues Jobangebot – vielleicht der Traumjob. Wer weiß?

Wo ist denn nur der Lebenslauf von der letzten Bewerbung geblieben. Kurz angepasst und raus damit. Oder vielleicht doch nochmals etwas überarbeiten?

Wenn Sie gerade dabei sind, Ihren Lebenslauf zu überarbeiten und die Sache diesmal etwas gründlicher angehen möchten, dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Lebenslauf – einmal anders.

Vermutlich kennen Sie diese tabellarischen Darstellungen von Ereignissen der Vergangenheit zur Genüge. Das größte Problem macht die Formatierung. Und die Seitenumbrüche. Und die korrekten Daten. War es noch April oder schon Mai, als Sie das letzte Dienstverhältnis begonnen hatten? Eine nervtötende Arbeit – und letztlich bedeutend weniger aussagekräftig, als man auf den ersten Blick meinen möchte.

Das muss aber nicht so sein. Damit Ihr Lebenslauf tatsächlich der Ihre wird: Packen Sie’s diesmal doch einmal ganz anders an!

Coaching-Tipp: Lebenslauf

Es gibt sogenannte „Fakten“. Ob und welche Abschlüsse Sie wann gemacht haben. Bei wem und wie lange Sie ein Dienstverhältnis eingegangen sind. Welche Kurse Sie wo belegt – und möglicherweise auch abgeschlossen haben.

Das alles kommt natürlich vor in einem vernünftigen Lebenslauf. Also fangen wir in einem ersten Schritt auch mal damit an:

Tragen Sie alle diese Informationen in einer für Sie passenden Gruppierung zusammen, zum Beispiel:

  • Persönliche Daten
  • Schulbildung
  • Berufserfahrung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Fähigkeiten und Kenntnisse
  • Hobbys

Spielen Sie sich jetzt ein bisschen mit dem, was Sie alles schon erlebt, erfahren, erreicht haben – Sie werden staunen, wie gänzlich unterschiedlich die vermeintlichen Fakten Ihres Lebenslaufs dargestellt werden können. Und dabei geht es nicht nur um die reine Darstellung.

Eine Möglichkeit, wie Sie der Angelegenheit mit einer einfachen Tabelle zu Leibe rücken können finden Sie im Bild unten. Einfach draufklicken, ansehen – und dann am Besten nach eigenem Gutdünken selber gestalten!

Beispiel 1 „Persönliche Daten“: Sie sind zum Beispiel in Wien geboren? In Mittersill, St. Michael oder Landeck?

Klar. Das steht so in Ihrer Geburtsurkunde.

Coaching-Tipp: Lebenslauf - einmal anders.

© Defranceschi

Damit verbunden sind jedoch eine ganze Menge unterschiedlicher Erfahrungen, möglicher Beziehungen und erzielbarer Ergebnisse. Machen Sie sich bewusst, was Sie genau an Ihrem Geburtsort quasi „in die Wiege gelegt“ bekommen haben!

Ich bin zum Beispiel in Hard am Bodensee zur Welt gekommen. Seit frühester Kindheit vertraut und verbunden mit dem Element Wasser. Mit Fischen. Mit Strömung. Mit Sturm. – Das hat mich zutiefst geprägt und mit zu dem gemacht, was ich heute bin.

Auf dem See finden sich selten Wegzeichen. Entsprechend leicht tue ich mir bis heute in Situationen, in denen wenige Anhaltspunkte zur Orientierung gegeben sind. Beim Coaching zum Beispiel.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, welche Beziehungen gepflegt und welche Ergebnisse erzielt?

Beispiel 2 – „Berufserfahrung“: Sie haben (vielleicht zu) lange Zeit für ein Unternehmen gearbeitet?

Vor Zeiten waren das gefragte Qualitäten: Loyalität, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Durchhaltevermögen – über Jahr(zehnt)e einem Unternehmen zugehörig. Genau nach solchen Profilen wurde gesucht.

Das haben Sie mit Sicherheit drauf.

Jetzt reizt es Sie aber einfach, sich mal in einem ganz neuen Kontext zu engagieren. Da, wo es auf Innovationfähigkeit, Ideen und Experimentierfreudigkeit ankommt. – Und möglicherweise befürchten Sie, hier einen allzu sicherheitsorientierten Eindruck zu machen.

Fragen Sie sich auch hier nach Ihren Erfahrungen, Beziehungen und den erzielten Ergebnissen. Erinnern Sie sich an Episoden aus diesem Dienstverhältnis, in denen Sie genau diese Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Wenn Sie darauf angesprochen werden, haben Sie dann mit Sicherheit die richtige Entgegnung parat.

Beispiel 3 – „Hobbys“: Sie sind eher der Typ Eigenbrötler?

Personalisten und Rekruter verschaffen sich gerne ihr eigenes Bild darüber, wie Sie eine Bewerbung einschätzen. Wird er oder sie sich im Team bewähren? Oder sich eher dezent im Hintergrund halten – frei nach dem Motto „T.oll E.in A.nderer M.acht’s?

Als leidenschaftlicher Schachspieler, Briefmarkensammler oder Leseratte, die Sie vielleicht sind, haben Sie auf den ersten Blick vielleicht schlechte Karten. Klar laufen Sie Gefahr, in die Rubrik Einzelkämpfer gesteckt und mit dem Attribut „leider nein“ beiseite gestellt zu werden.

Doch was, wenn Sie begeistert von der prickelnden Stimmung auf internationalen Schach-Tournieren berichten? Von Ihrer Erfahrung beim Aufspüren besonders seltener Briefmarken aus aller Herren Länder und den anregenden Diskussionen in Ihrem Literaturclub?

Klar. Wenn Sie Schach nur mit dem Computer spielen, die Briefmarkensammlung des verstorbenen Onkels geerbt und kaum angerührt und zweitklassige Literatur nur für sich allein genossen haben, dann ist es, was es ist.

Vermutlich ist es dann aber auch wirklich nicht Ihres, sich als Teamplayer zu positionieren?

Oder Sie finden, dass es an der Zeit ist, sich wirklich mal intensiver mit den Menschen in Ihrem Umfeld auseinander zu setzen?

Übung macht den Meister

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – lautet ein bekanntes Zitat des deutschen Schriftstellers Erich Kästner.

Wenn Sie diesen Coaching-Tipp dazu verwenden möchten, Ihre aktuelle Bewerbung nur noch kurz aufzupimpen, dann möge es so sein. Es ist natürlich Ihr Leben und Ihre Verantwortung.

Wenn aber der Reiz der Übung verlockend genug ist, dann nehmen Sie sich dafür ein paar Stunden Zeit – am besten zumindest über mehrere Tage verteilt.

Tragen Sie Ihre Erkenntnisse in einem für Sie passenden Stil zusammen: Schritt für Schritt, Punkt für Punkt. Oder meinetwegen in einer Mindmap.

Erfolgreiche Menschen denken jedenfalls auf Papier (oder heutzutage vielleicht noch auf dem Bildschirm).

Je mehr Sie selbst sich die Vielfältigkeit Ihrer bereits vorhandenen Erfahrungen ins Bewusstsein rufen, umso klarer wird Ihnen auch werden, wo die weitere Reise hingehen wird.

Sie werden sich dann nicht mehr um einen Job bewerben. Sie werden klären, ob der angebotene Job auch wirklich zu Ihnen passt.

***

Vielleicht sind Sie der Typ, der sich darüber in einem einsamen Waldspaziergang Klarheit verschafft, im Gespräch mit Freunden oder im Rahmen eines professionellen Karriere-Coachings.

Wichtig ist, dass Sie es anpacken. Es geht schließlich um das Wichtigste, das Sie zu bieten haben: Ihre Lebenskraft.

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Freudensprünge am Strand

Urlaub vorbei. Und täglich grüßt das Murmeltier?

Der Urlaub ist vorbei: Die Zeit für Erholung und Abenteuer – Sommer, Sonne, Freizeit.

„Und? Wie war’s?“ – werden Sie von der Kollegenschaft gefragt … kurz bevor Sie wieder in den mehr oder weniger gewohnten Alltag eintauchen?

Wenn Sie Ihre Batterien auch Wochen nach dem Urlaub noch in einem vernünftigen Ladezustand halten wollen, dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Urlaub vorbei. Und täglich grüßt das Murmeltier?

Auch wenn Ihr Arbeitsplatz noch so spannend und vielseitig ist. Der erste Tag nach dem Urlaub ist doch … sagen wir … eine Umstellung.

In entspannter Urlaubsatmosphäre hatten wir das „mediterrane Lebensgefühl“ und die rasch lieb gewonnene mittägliche Siesta in vollen Zügen genossen, doch mit zunehmender Nähe zum Alltag treten ganz andere Aspekte in den Vordergrund. Von „südländischen Verhältnissen“ hören wir uns bald schon etwas geringschätzig reden. Und irgendwie sind wir froh, wieder zuhause zu sein. In der gewohnten Umgebung und mit den vertrauten Herausforderungen.

Während im Urlaub die Zügel etwas lockerer und fünfe schon mal grad gelassen wurden, zählt jetzt wieder ganz Anderes: Verlässlichkeit. Qualität. Effizienz.

Schade doch, wenn wir das Kind mit dem Bade ausschütten, oder?

Coaching-Tipp: Zurück aus dem Urlaub

Es mag vielleicht im einen oder anderen Fall auch ein paar weniger erfreuliche Episoden gegeben haben. Aber in Summe war’s doch wirklich eine super tolle Zeit, oder?

Tipp 1: Das Gute in Erinnerung behalten

Der Stau auf der Straße, die lange Wartezeit am Flughafen. Die lästige Erkältung, die vielleicht gerade zu Urlaubsbeginn ausbrechen musste. Das allzu teuer erworbene und zuhause als billigen Kitsch entlarvte Mitbringsel oder das Missgeschick mit dem vergessenen Gepäckstück.

Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht durch derartige Episödchen den Spaß an der Freude verderben lassen! Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und rufen Sie sich all die schönen Erinnerungen in’s Gedächtnis: Die herrlichen Sonnenauf- und –untergänge. Die landschaftlichen, kulturellen, kulinarischen Eindrücke. Die inspirierenden Begegnungen und Erlebnisse. Lassen Sie sich die nicht wegnehmen!

Tipp 2: Urlaub im Alltag

Interessant, auf was für Ideen wir im Urlaub kommen. Da setzen wir uns als erwachsene Menschen in’s grüne Gras, auf einen Stein oder einen Baumstumpf. Wir legen uns auf den Boden, gehen barfuß. Wir stehen frühmorgens auf um Sonnenaufgänge zu erleben oder nehmen uns eine Pizza mit an den bereits dunklen Strand. Tja, die Hormone …

Haben Sie den Mut, auch im ganz normalen Alltag ein klein wenig Urlaub zu machen. Machen Sie – wenn das möglich ist – mal eine halbe Stunde länger Mittagspause. Gehen Sie bewusst nach der Arbeit noch bei einem Eisstand oder einem Strassencafé vorbei. Es sind wie so oft die kleinen Dinge, die eine erstaunlich große Wirkung haben!

Tipp 3: Bleiben Sie neugierig!

Vor etlichen Jahren, als ich in meiner Wohngemeinde mit meiner Familie noch regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besucht hatte, hielt in den Sommermonaten häufig ein Aushilfspriester aus dem Rheinland die Messe. Wir mussten damals häufig schmunzeln, wenn er uns in seinen Predigten immer wieder wissen ließ: „Sie wohnen da, wo Andere Urlaub machen!“.

Sagen Sie den „gewohnten Pfaden“ den Kampf an. Bleiben Sie wach, aufmerksam und neugierig. Für die meisten von uns sollte es keine allzu große Herausforderung sein, das eine oder andere Mal einen Weg zu wählen, den wir schon lange nicht mehr gegangen sind. Er könnte sich als erstaunlich interessant erweisen – und womöglich entdecken wir in unserer unmittelbaren Umgebung Dinge, die wir nicht erwartet hätten!

***

Natürlich ist es etwas Besonderes, einmal für eine längere Zeit den Laden dicht zu machen und ein paar Wochen oder zumindest Tage „Luftveränderung“ haben noch selten geschadet.

Das Massenphänomen „Urlaub“ ist jedoch eine recht neue Erscheinung – und ich wage zu behaupten, dass diese Errungenschaft uns nicht wirklich „glücklicher“ gemacht hat.

Auf was es tatsächlich ankommt, ist wie wir unseren Alltag gestalten.

Denn hier spielt sich unser Leben tagtäglich ab.

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Bremsleuchte eines PKW

Ausgebremst. Was tun?

Angenehm sieht anders aus. Sie fühlen sich ausgebremst, neben der Spur, orientierungslos und bekommen nichts mehr auf die Reihe.

Es ist, als würden Sie gegen eine Wand anrennen, als hätte sich die ganze Welt gegen Sie verschworen. Was soll das?

 Wenn Ihnen diese Situation (allzu) vertraut ist und Sie daran etwas ändern möchten, dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Ausgebremst. Was tun?

Also grundsätzlich braucht’s dafür mal zwei. Zumindest. Und zwar zwei mit unterschiedlichen Vorstellungen. Soweit nachvollziehbar?

Der Sohn eines guten Freundes erzählte mir unlängst voller Stolz von der bestandenen Führerscheinprüfung … und von einem Beinahe-Unfall bei seiner ersten selbständigen Ausfahrt.

Was war passiert?

Noch etwas unsicher bei höheren Geschwindigkeiten war er etwas langsamer unterwegs als möglich und hatte auf einem unübersichtlichen Straßenabschnitt bald eine kleine Kolonne von Fahrzeugen hinter sich, die nicht überholen konnten. Aus einem Feldweg kam ein Fahrzeug, der Lenker erkannte offensichtlich die Situation und wollte noch rasch vor der nahenden Kolonne einbiegen.

Eine Kollision habe der junge Mann – so seine Version der Geschichte – nur durch eine Vollbremsung verhindern können. Hinter ihm habe das beinahe zu einem Auffahrunfall geführt, erzählte er entrüstet.

Ausgebremst. Blöde Geschichte – aber noch einmal gut gegangen.
Und was hat das nun mit unserem Thema zu tun?

Coaching-Tipp: Ausgebremst

Wenn wir uns ausgebremst fühlen, gehen wir in aller Regel davon aus, dass es in dem Spiel einen Übeltäter gibt. Jemanden, der oder die rücksichtslos, absichtsvoll oder gar böswillig gegen unsere Interessen handelt. So was soll vorkommen.

Aber wie damit konstruktiv umgehen?

1. Hüten Sie sich davor, ungeprüft Absicht zu unterstellen.

Die Dynamik einer Auseinandersetzung ist eine völlig andere, ob Sie es „lediglich“ mit einem Interessenskonflikt zu tun haben oder tatsächlich Opfer eines absichtsvollen Angriffs sind. Hüten Sie sich also davor, ungeprüft Absicht zu unterstellen, selbst wenn Sie sich tatsächlich persönlich angegriffen fühlen.

Aus der Perspektive des einbiegenden PKW könnte der beschriebene „Beinahe-Unfall“ jedenfalls auch ganz anders ausgesehen haben. Mit ein paar Kilometern mehr Fahrpraxis mag der nun nicht mehr ganz so unerfahrene Führerschein-Neuling über die als dramatisch empfundene Episode schmunzeln – und selbst einem übervorsichtigen Verkehrsteilnehmer selbstbewusst zeigen, wie zügig man so einen Wagen auf Touren bringen kann …

2. Spielen Sie das Spiel. Solange es Ihr Spiel ist.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne.  Es ist nicht unbedingt eine Heldentat, jemanden kaltzustellen und den eigenen Vorteil rücksichtslos auszuspielen. Andererseits: In wettbewerbsorientierten Umgebungen liegen Gewinnen und Verlieren nahe beieinander und bis zu einem gewissen Maß sind Grenzüberschreitungen Teil des Spiels.

Wo genau die Grenze des guten Geschmacks liegt und wo sich der Spaß aufhört, ist meist abhängig von der Unternehmenskultur und den persönlichen Wertmaßstäben.

Solange es Ihr Spiel ist: Spielen Sie das Spiel!

3. Fordern Sie Fairness. Und bleiben Sie fair.

Jedes Spiel hat seine Regeln – und geschriebene oder gelebte Gesetze, wie man mit Regelverstößen vernünftig umgeht.

Solange die Basis für eine gute Zusammenarbeit intakt ist: Gehen Sie offensichtlich oder vermeintlich unfairen Handlungen auf den Grund.

Verschaffen Sie sich Gehör. So können Sie Ihr Umfeld aktiv mitgestalten und verbessern. Manchmal braucht es dazu vielleicht ein wenig Mut und Überwindung. Doch wenn Sie auf Ihr Gegenüber offen und fair zugehen, schaffen Sie die beste Grundlage für ein konstruktives Miteinander.

4. Nehmen Sie Ihr Gegenüber ernst …

 Mit ein wenig Aufmerksamkeit haben Sie sicher bald ein Bild davon, mit welchen Ihrer Vorstellungen Sie in Ihrem Umfeld ankommen … und womit eben nicht.

Die Notwendigkeit, eigene Ideen mit einem sozialen Umfeld abstimmen zu müssen zwingt uns, uns klar und verständlich auszudrücken, präzise und nachvollziehbar zu argumentieren. Und das hat fraglos seinen Sinn.

Manchmal sind wir halt eben „auf der falschen Spur“ und müssen mit eigenen Vorstellungen zurückstecken.

Das Bonmot, dass „nur tote Fische mit dem Strom schwimmen“ mag dann zu dem trügerischen Umkehrschluss verleiten, dass alles lebendig, kraftvoll und zukunftsweisend sei, nur weil es „gegen den Strom“ schwimmt.

Eine Gewährleistung für die Richtigkeit dieser verwegenen Annahme wäre mir nicht bekannt.

5. … und auch sich selbst.

Etwas ist mir allerdings durchaus vertraut: Nämlich der katastrophale persönliche, gesundheitliche und wirtschaftliche Schaden, den ein allzu langes Verweilen in einem unpassenden Umfeld mit sich bringt – und zwar letztlich für beide Seiten.

Wenn Sie sich in Ihrem Unternehmen ausgebremst fühlen und das Ihre zu einer Klärung der Situation beigetragen haben. Wenn Sie merken, dass Sie trotzdem einfach nicht mehr im Spiel sind, dass es an erwartbarer Fairness mangelt und/oder Ihr Gestaltungsspielraum ausgeschöpft ist.

Dann sollten Sie nicht zögern, sondern konsequent über eine Neupositionierung nachdenken. Ziehen Sie sich in die Stille zurück. Sprechen Sie mit Bekannten oder Freunden. Suchen Sie sich eine Person Ihres Vertrauens für ein persönliches Coaching.

Es geht dabei um Ihr höchstes Gut. Ihre vitale Lebenskraft.

Übrigens

Ich war nicht dabei, als der inzwischen mehrfach erwähnte Führerschein-Neuling seine ersten Erfahrungen im Straßenverkehr machte. Aber ich hatte unlängst selbst übersehen, nach einem abgeschlossenen Überholvorgang den Blinker auszuschalten.

Wäre da jemand vor mir eingebogen, hätte er oder sie wohl annehmen müssen, dass ich rechts abbiegen wollte und entsprechend langsamer würde.

Das hätte dann wohl zumindest zu einem Beinahe-Unfall geführt. Und ich hätte mich sicher glatt ausgebremst gefühlt. 😉

© Photo by Defranceschi

Eine im Wasser untergehende Person

Chaos. So bewahren Sie den Überblick.

Es kommt immer wieder mal vor, dass die Dinge chaotisch ablaufen und dann halb fertig liegen bleiben? Der Großteil der Arbeit ist „eigentlich“ erledigt … und doch können Sie den Lohn für Ihre Mühen nicht einfahren? Ganz einfach, weil Sie ein lästiges Detail übersehen haben?

Dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Chaos. So bewahren Sie  den Überblick!

Manchmal überkommt sie uns einfach: Die Lust, einem spontanen Impuls zu folgen und sich Hals über Kopf auf eine Aufgabe  zu stürzen, statt sich vorab ein bisschen ernsthafter damit auseinander zu setzen.

Einen Umzug organisieren, einen neuen PKW anschaffen … oder auch „nur“ das Koffer packen vor einer Reise. Für manche Menschen sind Aufgaben wie diese ein sprichwörtliches „rotes Tuch“, das fast zwangsläufig in einem veritablen Chaos endet.

Es ziehen dann Tage und Wochen in’s Land voller Anspannung, Stress und unfruchtbarer Konflikte. Und am Ende war womöglich die ganze Mühe umsonst, weil irgend ein verd…. Detail übersehen wurde?

Der ganze damit verbundene Stress muss gar nicht sein.

Coaching Tipp: Chaos

Probieren Sie’s mit den folgenden kurzen Anregungen und Sie werden den nächsten Bungee-Jump durch’s Chaos bedeutend leichter bestehen, wetten?

Was genau. Riskieren Sie ein paar Minuten zur Klärung der scheinbar banalen Frage, was Sie eigentlich wirklich wollen – klingt einfach, ist es nicht. Tun Sie’s trotzdem:

Es macht nun mal einen großen Unterschied, ob Sie den gesamten Hausstand einfach in eine neue Wohnung verschieben, den Umzug für das längst fällige Ausmisten oder gar dazu nutzen wollen, Ihr ganzes Leben komplett neu aufzustellen.

Wofür wirklich. Spritverbrauch, Versicherungskosten, Ausstattungsvarianten. Fragen über Fragen wollen überlegt und geklärt werden. Und sicher haben auch noch Partner, Kinder und Freunde zumindest eine Meinung … wenn auch nicht zwangsläufig eine Ahnung davon, wofür Sie den neuen PKW tatsächlich brauchen. Gut zu wissen, dass zumindest Ihnen das klar ist.

Es macht nun mal einen großen Unterschied, ob Sie von dem neuen Wagen vor allem mehr Platz, mehr Leistung oder geringere Unterhaltskosten erwarten.

Wie tun. Erst wenn Ihnen klar ist, was genau und wofür Sie das wollen, machen Sie sich langsam an’s Tun. Und wenn Sie sich dann beim Koffer packen bei der Frage ertappen, ob sie Dieses oder Jenes  tatsächlich mitnehmen wollen, haben Sie Ihre persönliche „Messlatte“, anhand derer Sie rasch eine Entscheidung treffen können: Mitnehmen oder zuhause lassen?

Bringt ja nicht wirklich was, wenn Sie sich von der bevorstehenden Reise in erster Linie Ruhe und Entspannung erwarten und vorsorglich schon mal einen ganzen Stapel Fachbücher einpacken, die Sie schon lange durcharbeiten sollten.

***

Was aber tun Sie, wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie alles gleichzeitig wollen: Den Umzug in ein ganz neues Leben ohne etwas zurückzulassen? Einen neuen Wagen – geräumiger, leistungsstärker und billiger zugleich? Einen erholsamen Urlaub voller spannender neuer Impulse … in dem auch noch Liegengebliebenes aufgearbeitet werden kann?

Sollte Sie an dieser Stelle das Gefühl beschleichen, das Thema „Chaosbewältigung“ sei gar nicht Ihre größte Herausforderung, dann kann ich das gut nachvollziehen.

Hinter scheinbar chaotischem Verhalten verbirgt sich das eine oder andere Mal eine ganz andere Herausforderung: Nämlich die, sich mit dem jetzt Möglichen zufrieden zu geben. Die absehbaren Konsequenzen einer Entscheidung zu tragen. Die Ärmel hoch zu krempeln und an der Verbesserung seiner Lebensbedingungen fröhlich und tatkräftig mitzuwirken, statt von einem Thema zum anderen zu springen, sobald es irgendwo „eng“ wird.

Also für mich persönlich ist es immer wieder besonders spannend: Genauer hinsehen – da, wo Chaos entsteht!

 

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Sebastian Manhart

Personalmarketing in der Praxis

Expertengespräch mit Sebastian Manhart, Geschäftsführer der Sportservice Vorarlberg GmbH

Für Sebastian Manhart ist Personalmarketing Hobby und Beruf zugleich. Seine Erfahrungen sammelte er als Marketer im Sport- und gehobenen Dienstleistungsbereich, als Geschäftsführer der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie (V.E.M.) und seit 2013 als Geschäftsführer der Sportservice Vorarlberg GmbH.

Was sind denn im gelebten Alltag die wirksamsten Kanäle, über die ein Unternehmen wie z.B. das Sportservice auf sich aufmerksam macht?

Niemand könnte besser „Werbung“ machen als Mitarbeiter und Kunden (das heißt in unserem Fall von uns betreute Athleten, Spitzensportmannschaften und Sportfachverbände), die aus Überzeugung und mit Begeisterung tolle Geschichten über das Unternehmen und die Leute, die hier arbeiten, erzählen. Gerade Dienstleister sind nur so gut wie jeder einzelne Mitarbeiter – Infrastruktur ist in unserem Fall zwar nicht irrelevant aber letztlich niemals der entscheidende sondern nur ein optimierender Faktor.

Letzten Endes geht es immer um die Marke und die wird meines Erachtens durch die Menschen geprägt, die sie tragen. Die Einordnung in „sympathisch“ und „unsympathisch“ ist eine schnelle, markengetriebene Bauchentscheidung – Interesse für ein Unternehmen und eine Position dort zu wecken, das als unsympathisch wahrgenommen wird, ist ungleich schwerer. 

Wenn man sich in der Welt des Personalmarketings ein wenig umsieht, dann stößt man im Wesentlichen auf zwei Ansätze: „Konzentriere dich auf die Entwicklung deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und bau dir damit Schritt für Schritt eine wirksame Arbeitgebermarke auf “ – und auf der anderen Seite: „Präsentiere dich in der Öffentlich aktiv und professionell, dann werden die rechten Leute auf dich aufmerksam.“

Nun haben beide Wege ihre Berechtigung, ihre unterschiedlichen Herausforderungen … und sind mit einem gewissen Aufwand verbunden. Was bewährt sich in der Praxis?

Priorität hat für mich ganz klar die Konzentration auf die gelebte Kultur. Natürlich braucht es dann auch Qualität und Cleverness im Erzählen und Verbreiten der vielen fesselnden Geschichten. Qualität kann beispielsweise auch ein verwackeltes Handy-Video sein, wenn es authentisch ist – weil der Fokus dabei  auf Live-Kommunikation liegt. Storytelling ist das Schlüsselwort.

Hochglanzbroschüren oder entsprechend aufwändige digitale Kommunikationsmittel sind nice to have und fallweise nötig, dürfen aber nie die gelebte Realität verfälscht darstellen. Die negative Mundpropaganda von Mitarbeitern, die wegen schöngefärbter Stories ein Unternehmen verstärken und nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten feststellen, dass sie nur auf eine glänzende Fassade hereingefallen sind, kommt wie ein großer Boomerang wieder zurück. Zudem darf man nie vergessen, dass Personalmarketing nicht nur nach außen wirkt sondern natürlich auch unternehmensintern wahrgenommen wird und da natürlich Unehrlichkeiten unmittelbar festgestellt werden. 

Wenn wir davon reden, die „gelebte Kultur“ eines Unternehmens zu gestalten, stoßen wir auf eine bunte Welt unterschiedlicher Ansätze … und einen entsprechend unübersichtlichen Anbietermarkt. Woran können sich Praktiker orientieren, wenn im Unternehmen entsprechende Impulse und Begleitung erforderlich werden?

Menschen, die im Sport arbeiten, bringen eine besondere Mentalität mit – ebenso wie die Athleten, mit denen sie arbeiten. So wichtig wie mir ist, dass jede Person, die Know-how und Impulse von außen beisteuert, so weit wie möglich frei von Eigeninteressen ist, so wichtig ist mir auch, dass sie über Erfahrung im Sport verfügt. Diese Abwägung muss jedes Unternehmen meines Erachtens letztlich bei jedem Auftrag selbst neu vornehmen.

Für mich kommen nur Personen oder Unternehmen in Frage, die in der Lage sind, unsere Mitarbeiter bei ihrer Entwicklung zu unterstützen oder Know-how im Unternehmen aufzubauen – so wichtig Impulse von außen, andere Blickwinkel und kritische Fragen ohne Betriebsblindheit sind, wäre für mich Abhängigkeiten von externen Partnern in Kernbereichen aufzubauen der falsche Weg. Entwicklungen müssen ihren Ausgang im Unternehmen haben. 

Die Bedeutung der Sozialen Medien hat in den letzten Jahren auch im Personalmarketing massiv zugenommen. Als ich mich 2005 das erste Mal mit Facebook und Co auseinander setzte, dominierten noch Katzenbilder in allen Formen und Farben. Inzwischen sind hier wirksame Strukturen entstanden, die auch Unternehmen interessante Möglichkeiten bieten. Welche Chancen können hier von innovativen Unternehmen genutzt werden – worauf ist zu achten?

Mein erster Kontakt mit Facebook hatte noch mit Seepferdchen zu tun, die man einem Freund ins Aquarium setzen konnte – da hab ich mich sofort wieder abgemeldet … Facebook ist für mich mittlerweile eine normales Medium, das in passenden Situationen auch in der 1:1-Kommunikation Mails ersetzen kann.

Wir versuchen, ein lebendiges Bild unseres Unternehmens im Internet zu zeichnen – Unsere Website, die natürlich für mobile Zugriffe optimiert ist, steht im Mittelpunkt. Newsletter, Facebook, Instagram und YouTube liefern zu bzw. stehen teilweise auch eigenständig. Twitter haben wir mangels Verbreitung bewusst ausgeklammert.

„Lebendiges Bild“ heißt für uns vorrangig Geschichten zu erzählen – mit und über „unsere“ Sportler, aber auch Geschichten über das Leben im Unternehmen – Dreh- und Angelpunkt sind dabei immer Personen. Lebendiges Bild heißt aber auch wie vorhin erwähnt keine polierten Hochglanzgeschichten sondern realitätsnah – auch wenn dann manche Dinge nicht nur positiv sind.

Wir setzen dabei auf eine sehr zeitnahe Kommunikation – die Geschichten von vorgestern interessieren heute fast niemanden mehr. Von der Grundrichtung her sehr oft Fotos und auch (kurze) Videos mit einem kurzen Erklärungstext. 

Verfechter eines aktiven Personalmarketings argumentieren häufig mit Fachkräftemangel und der Notwendigkeit, sich bei der Suche nach den sogenannten „high potentials“ einen Vorteil gegenüber dem Mitbewerb zu verschaffen.

Richtig aufgesetzt ist die Arbeit an der eigenen Unternehmenskultur aber natürlich weit mehr als „nur“ ein Beitrag zu einer starken Arbeitgebermarke. 

Quick wins gibt’s durch reines Marketing – wer ein paar Monate oder gar Jahre länger denken darf, weiß natürlich, dass das Augenmerk auf Unternehmenskultur, ganzheitliche Team- und individuelle Personalentwicklung eindeutig lohnender ist. Dadurch wird nicht nur die Arbeitgebermarke gestärkt – versteckte und brachliegende Potenziale im Unternehmen liegen heute vielfach in der Qualität der Zusammenarbeit und im Führungsverhalten.

Mag.  Sebastian Manhart, MBA ist seit 2013 Geschäftsführer der Sportservice Vorarlberg GmbH.

Als ehemaliger Geschäftsführer der VEM – Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie beschäftigte er sich intensiv mit innovativen Ansätzen in der Personalarbeit.

In seinem HR- und Social-Media-Blog  http://www.personal-marketing.biz finden sich interessante Tipps und Infos – zum Teil nicht mehr ganz aktuell, aber empfehlenswert!

© Photo by Sebastian Manhart