Erfolg – und so.

Wir wissen heute nicht mehr, was Erfolg ist. Jedenfalls nicht, wenn wir der Sache wirklich auf den Grund gehen.

Klar: Gesundheit, Geld, Anerkennung, Freunde und Familie – wie man’s halt so haben will. Zwei Mal im Jahr Urlaub, mindestens – und zwar an möglichst exotischen Orten. „Das Übliche“ kennt man … oder meint es zu kennen.

Auto, Unterhaltungselektronik, Kleidung, Freizeit. Selbst Spazierengehen oder Radfahren ist nicht mehr so einfach wie früher. Wir brauchen dafür … Goretex zumindest. High-Tech-Oberbekleidung. Spezialunterwäsche.

Gleichzeitig werden wir heute einer Langzeitstudie zufolge um 10 Jahre früher dement, neurologische Krankheiten sind stark zunehmend und im Alter von 75+ haben sie sich praktisch verdoppelt.

Zumindest in der westlichen Welt.

Erfolg

Nüchtern betrachtet ist „Erfolg“ das, was auf unser Tun und Sein er-folgt. That’s it. Somit sind wir alle „erfolgreich“. Die Welt will Sieger sehen, und das sind wir – jedenfalls seit damals, als sich in diesem orgastischen Wettrennen genau die Samen- und Eizelle miteinander verbanden, aus der wir entstanden sind.

Aber.

Dieses Prickeln. Das volle Engagement und die Bereitschaft, auch noch das Letzte für ein lohnenswertes Ziel herzugeben … das haben wir irgendwie verlernt, oder?

Begeisterung

In Gesprächen mit Unternehmern, Führungskräften und engagierten Mitarbeitenden ist sie immer wieder anzutreffen. Die Begeisterung für eine Sache – ein spezielles Verfahren oder Produkt. Für eine Zielgruppe, die ihnen tatsächlich am Herzen liegt.

Für vordergründigere Dinge auch. Geld einfach nur. Das Aufrechterhalten eines Status. Das Vorrücken auf einer Rangliste.

Über die Tragfähigkeit dieser Ziele arbeite ich mit ihnen. Über das Vertiefen und Fundamentieren dieser Ziele auch. Denn die Ambitioniertesten kennen noch nicht das Gefühl, „alles erreicht und nichts gewonnen“ zu haben.

Sie engagieren sich über Jahr(zehnt)e für Ihre Sache … und fallen in ein tiefes Loch, wenn sie vermeintlich am Gipfel ihrer Karriere angekommen sind.

Spätestens beim dritten Sportwagen kommt dieses schale Gefühl: Und das soll’s gewesen sein?

Einfacher haben’s die, die sich engagieren um des Engagements willen. Sie finden immer etwas, auf das sie ihre Kräfte bündeln können. Die Atomenergie, Windkraft, Verkehrsbelästigung.

Lohnenswerte Ziele

Wie lohnenswert ein Ziel tatsächlich ist, darüber lässt sich mit ein paar einfachen Fragen recht rasch eine Orientierung verschaffen:

Stell dir vor, du hättest das Ziel soeben erreicht.

Ist es jetzt tatsächlich besser – oder hast du mit deiner Zielerreichung nur ein neues Problem in die Welt gesetzt?

Ist es jetzt tatsächlich besser – oder hast du dir einfach einen Vorteil zum Nachteil Anderer verschafft?

Wenn du beide Fragen mit „Ja, es ist jetzt besser“ beantworten kannst: Werden dem auch Menschen zustimmen, die dir nicht besonders nahe stehen? Und solche, die dir ablehnend gegenüberstehen?

Ob ein Ziel tatsächlich lohnenswert ist, lässt sich also gar nicht so schwer überprüfen.

Etwas herausfordernder ist es, ein wirklich lohnenswertes Ziel zu finden.

Aber dafür gibt es ja erfreulicher Weise qualifizierte Coaches, die dich dabei unterstützen können.