Coaching macht Sinn

In meiner Ausbildungszeit habe ich mir selber manchmal die Frage gestellt: Bringt’s das?

Du investierst eine ganze Menge Zeit und Geld und Energie in deine Persönlichkeit.

Während Andere sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen: Karriere, Reisen, Kulturgenuss, Freizeitspass.

Und du? – hab ich mich gefragt – Du machst auf Selbsterfahrung?
Geht’s dir noch gut???

Macht Coaching Sinn?

Wir wissen heute ziemlich genau, dass wir gut ausgerüstet sind mit einer Menge von Gewohnheiten, Einstellungen und Verhaltensweisen. Einen großen Teil unserer täglichen Handlungen verrichten wir ohne viel zu denken oder zu empfinden.

Aus Gewohnheit halt.

Das was wir da so mitschleppen, hat sich vielleicht bestens bewährt.
In der Vergangenheit zumindest.

Aber bewährt es sich auch heute?
Und morgen?

3 einfache Beispiele. Aus dem praktischen Leben gegriffen.

Erfolg? – Leider nein.

Die energiegeladene 55jährige Unternehmerin fährt mit ihrem Sportwagen zu einem Kundentermin.

Zu schnell. So wie immer.

Sie ist getrieben von einer enormen Leistungsbereitschaft, die sie sich in den Gründerjahren ihrer Handelsagentur angewöhnte. Sie würde sich niemals so in die Abhängigkeit drängen lassen wie ihre Mutter. Hatte sie sich als junge Frau geschworen.

Und damit hat sie’s wirklich zu was gebracht.
Zumindest nach außen.

Denn bei genauerem Hinsehen versickert ein Großteil ihres Ertrags und ihrer Energie in allen möglichen und unmöglichen Kanälen: Fehlentscheidungen, verzocktes Geld, Mitarbeiter die das Weite suchen.

Und auch diesmal.
Motorschaden.

Burnout. Es geht einfach nicht mehr.

Der schon etwas angegraute 40jährige kann auf eine ganze Reihe schöner Erfolge verweisen: Aus einfachen Verhältnissen stammend hat er es bis in die Führungsetage mehrerer Unternehmen gebracht.

Anfangs war es enorm spannend.

Nachdem das Industrieunternehmen von einem deutschen Konkurrenten aufgekauft worden war und umfassende Umbaumaßnahmen angekündigt wurden, die ihm überhaupt nicht gefielen, hatte er sich in kürzester Zeit eine Führungsposition in einem anderen Unternehmen gesucht.

Man hat sich ja seinen Ruf aufgebaut.

Was gleich blieb, waren das Herausforderungsniveau und die zeitliche Beanspruchung.

Manchmal verbrachte er auch einen Samstag zu Hause – aber das kam nicht oft vor.

Was sich veränderte war sein Gesundheitszustand.

Heute geht nichts mehr.
Rien ne va plus.

Und wie geht’s so privat?

Der groß gewachsene Mittvierziger macht seit Jahren einen hervorragenden Job. Als Betriebsleiter eines respektablen Unternehmens der Textilindustrie manövriert er das Unternehmen mit Fingerspitzengefühl und der erforderlichen Durchschlagskraft durch die Wogen der zur Dauereinrichtung gewordenen Krise.

Weshalb er stets so gut drauf sei?

Weil es ihm gelingt, seinen Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten. Er betreibt Sport, ernährt sich gesund und hat das Rauchen bereits vor Jahren aufgehört. Ab und zu ein Gläschen Wein viellecht, aber nicht mehr. Und regelmäßig Yoga.

Ein Mann wie ein Drahtseil.

Und? Zuhause auch alles ok bei dir? – frägt der Geschäftspartner, zu dem über die Jahre lose, aber freundschaftliche Kontakte entstanden sind.

Ja, ja. Kommt die wenig überzeugende Antwort.

Die attraktive Partnerin an seiner Seite leidet seit Jahren an seinem Erfolg. Natürlich genießt sie die Annehmlichkeiten, die ihr erfolgreicher Mann ihr bietet. Und auch die Freiräume die durch seine häufige Abwesenheit entstanden sind weiß sie gut für sich zu nutzen.

Aber ihr Selbstwert leidet enorm darunter. Sie ist „nur“ Rezeptionistin in einem Hotelbetrieb. Und das auch nur in Teilzeit.

Coaching macht Sinn.

In allen drei Fällen sehen sich Menschen mit auf den ersten Blick recht bescheidenen Problemen konfrontiert. Ich meine: Verglichen mit Syrien, Gaza, der Ukraine und den Ebola-Gefahrenzonen Afrikas.

In allen drei Fällen geht wertvolles, schöpferisches Potenzial verloren. Lebensqualität leidet, Verbitterung entsteht.

In allen drei Fällen ist die Geschichte mit heftigen, grenzwertigen Exkalationen weitergegangen. Psychische und körperliche Gesundheit, zerbrochene Familien, enttäuschte Lebensentwürfe, scheinbar ausweglose Situationen.

Endstation.

Coaching ist kein Allheilmittel.

Coaching verhilft zu Klarheit und Zielorientierung mitten in der Alltagshektik.

Und die meisten Eskalationen ließen sich auch noch wenige Wochen vorher mit beschämend bescheidenem Aufwand verhindern.

Coaching macht Sinn. Und bringt dem Kunden einer bereits an anderer Stelle zitierten Wirksamkeitsstudie zufolge im Durchschnitt zwischen 6.000 und 7.000 EUR.

Eigentlich keine schlechte Investition, oder?