What can you do today that you couldn't do a year ago?

Loslassen – oder: Die hohe Kunst, über sich hinaus zu wachsen

Sie merken, wie sehr Sie in Ihren alltäglichen Mühlen gefangen sind. Immer dieselbe Leier. Doch irgendwie macht das einfach keinen Sinn und keinen Spaß. Sie fragen sich, wie aussteigen aus diesem lähmenden Trott? Woher die Kraft nehmen für neue, inspirierende Erfahrungen? Und wozu?

Wenn Ihnen diese Fragen allzu vertraut sind und Sie den Drang verspüren, daran etwas zu ändern, dann ist jetzt die beste Zeit dafür:

Wachsen Sie über sich selbst hinaus!

Klar. Es hat etwas bestechend Wohltuendes, den Alltag sauber strukturiert und überschaubar zu gestalten. Wecker klingelt um 5:50h, Frühstück um 6:30h, Arbeitsbeginn um 8:00h … alles hat seine Ordnung.

Nicht umsonst unterziehen sich Männer und Frauen unterschiedlichster Religionen seit Jahrtausenden mehr oder minder strikt geregelten Exerzitien und entwickeln dabei bewundernswerte geistige Reife – sofern die frei gewordene Energie tatsächlich in inneres Wachstum mündet.

Aber ein Alltag, der in Gleichförmigkeit erstickt? Ist das wirklich erstrebenswert? Wir wollten doch über uns selbst hinauswachsen?!

Wirklich wachsen – statt sich dem Alltagstrott zu ergeben: täglich von Aufgabe zu Aufgabe zu hecheln.

Wirklich wachsen – statt sich im durchschaubaren Konsumwahn oder spätpubertierenden Dummheiten zu verlieren: dem dritten Zweitauto, dem nächsten extravaganten Hobby, einem weiteren peinlichen Abenteuer hinterherzurennen.

Wir wollten wirklich wachsen. Doch Wachstum kann man nicht erzwingen – man kann es zulassen und ermöglichen statt es in Routinen zu ersticken oder durch Zerstreuung zu verhindern.

Und darum geht’s im folgenden Coaching Tipp.

Coaching Tipp: Loslassen

Der Fisch erkennt das Wasser nicht, in dem er schwimmt. So geht’s auch uns. Wir leben unsere Werte, Vorstellungen, Prinzipien … und merken das oft erst, wenn eins davon über längere Zeit gröblich verletzt wird.

Das geht auch einfacher:

1. Wahrnehmen. Atmen Sie einmal tief durch und nehmen Sie für einen Augenblick Ihren Körper wahr. Vielleicht braucht es auch einen zweiten oder dritten Atemzug, bis Sie sich so richtig spüren – das ist nicht so wichtig.

Erlauben Sie sich, Ihr Körperempfinden etwas genauer zu untersuchen: das Ziehen in der Brust, die Spannung in den Armen, den Puls in den Händen. Gestatten Sie dieser Empfindung, sich auszudehnen und … treten sie mit ihr in Kontakt: Wer bist du? Was willst du? Wovon willst du erzählen?

Betrachten Sie Ihren Körper jetzt einmal so, als wäre er das Display einer Maschine, auf dem Fehlfunktionen sichtbar werden: der Druckabfall in einem Hydrauliksystem, das angestaute Material auf einem defekten Förderband, der Temperaturanstieg, wenn sich gerade ein Zimmerbrand entwickelt.

Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr und nehmen Sie sie ernst: Sie werden mit Sicherheit nie angemesseneres Feedback erhalten als von Ihrem eigenen Körper.

2. Reagieren. Brände werden gelöscht und defekte Maschinen repariert – mit uns selbst gehen wir mitunter weniger pfleglich um. Auch wenn die Muse küsst, wen, wann und wo sie will – wenn es in uns aussieht wie in einer heruntergekommenen Spelunke ist das vielleicht doch nicht die optimale Voraussetzung für das erwünschte tête-à- tête …

Machen Sie keine große Geschichte daraus, aber tun Sie sich was Gutes. Ein paar Minuten Auszeit, ein Glas frisches Wasser, das eigene Engagement in diesem oder jenem Bereich etwas nachjustieren. Gerade die kleinen Gesten zeigen oft die größte Wirkung.

Lernen Sie, mit sich selbst im Reinen zu sein. Ok. Versuchen Sie’s zumindest – das genügt. 😉

3. Loslassen. Mit ein wenig Übung und Mut erkennen Sie, worum Sie gerne und häufig kreisen. Was fällt Ihnen dazu ein? Anerkennung – Erfolg – es allen recht machen wollen – dazu gehören – …?

Damit sind wir nämlich auf des Pudels Kern gestoßen.

Genau um dieses Thema dreht sich alles … wirklich alles in Ihrem Leben. Das Gespräch mit dem Kunden, die Gestaltung des Wohnbereichs, der Austausch mit dem Partner, die Auswahl und Pflege von Freundschaften, die Sitzhaltung vor dem Fernseher. Immer die selbe Leier – nur in unterschiedlichen Tonarten.

Schubumkehr. Wenn alles in Ihrem Leben ein einziges Drängen nach „diesem Einen“ ist, nach dem Sie über alles verlangen, das sich aber scheinbar einfach nicht erreichen lässt: versuchen Sie es einmal mit der Schubumkehr.

Handeln Sie paradox – Geben sie das, was Sie bekommen möchten!

Beginnen Sie, sich an den Erfolgen Anderer zu erfreuen. Akzeptieren Sie, wenn es Ihnen jemand gerade nicht recht machen sondern nach der eigenen Pfeife tanzen will. Erlauben Sie es auch sich selbst, aus der Reihe zu tanzen. Halten Sie sich getrost zurück, wo Sie sich nicht (mehr) dazugehörig fühlen und akzeptieren Sie es, wenn Beziehungen etwas abkühlen.

Quer denken. Es kann gut sein, dass Sie in der Folge noch ganz unvertraute Züge an sich selbst erkennen. In den entstehenden Freiräumen stellen sich neue Erfahrungen ein, andere Themen werden wichtiger. Möglicherweise erhalten Sie auch die Rückmeldung, ein richtiger „Querdenker“ oder eine richtige „Querdenkerin“ geworden zu sein. Das kann zu Reibungen führen, an denen Sie über sich selbst hinaus wachsen werden – mit Sicherheit.

Das Gefühl, in der täglichen Routine gefangen zu sein und immer die selbe Leier zu spielen ist auf jeden Fall ein untrügliches Anzeichen dafür, dass es höchst an der Zeit ist, alte Muster loszulassen und sich ganz neu dem Abenteuer Leben anzuvertrauen.

Schnallen Sie sich fest – gleich geht’s los! 😉

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Fleischfressende Pflanze

Die 7 Coaching-Fallen – Worauf du getrost verzichten kannst

Zwei einfache Regeln helfen dir bei der Auswahl deines Coaches:

    1. Die Chemie. Du spürst Mut, Zuversicht, Vertrauen: So geht was weiter!
    2. Die Haltung. Es wird nichts in dich „hineingestopft“, du werden „aktiviert“.

Du bist enttäuscht jetzt? Dass es dieses „Wunder-Kurzzeit-Coaching“ möglicherweise nicht gibt und am Ende des Tages doch selbst an Ihrem Thema arbeiten wirst müssen?

Kein Problem. Das bewahrt dich vor den folgenden 7 Coaching-Fallen.

Diese 7 Coaching-Fallen solltest du vermeinden:

Coaching-Falle 1: Der starre Blick in die Geldbörse. Coaching ist keine Investition, die sich (sofort) finanziell bezahlt macht. Zuerst entdeckst du deine Fähigkeiten, dann erst macht sich eine Wirkung breit. Meistens auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Coaching-Falle 2: Fixierung auf Sicherheit. Coaching wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst einmal für Unruhe in deinem Leben sorgen. Das sollte dich nicht sonderlich irritieren – ganz im Gegenteil. Wer Liegengebliebenes anpackt, wird zwangsläufig auch auf Staub, Rost und Unrat stoßen.

Coaching-Falle 3: Die Gier nach Erfolg. Wer Coaching als schnellen Weg zu einem fixen Ziel versteht sollte sich nicht wundern, wenn ziemliches Chaos ausbricht. Denn so manches Ziel entpuppt sich rasch als Irrtum. Wer trotzdem dran festhält wird vielleicht sein Ziel erreichen, sich selbst dabei aber verlieren.

Coaching-Falle 4: Die Sehnsucht nach Harmonie. Die Gestaltung von sozialen Beziehungen ist immer auch eine Sache von Auseinandersetzung. Coaching kann Konfliktfähigkeit stärken und uns helfen, einen günstigeren Umgang mit der Meinung Anderer zu entwickeln oder die eigene Position angemessener zu vertreten. Es wird sich aber trotzdem selten alles in Wohlgefallen auflösen.

Coaching-Falle 5: Selbstverliebtheit. Das Eigene finden: Folge deinem Herzen und tue nur was dir gut tut. Was in unserer Spaßgesellschaft auf den ersten Blick verlockend und erstrebenswert erscheint übersieht meist die soziale Dimension. Der Preis dafür sind unnötige Konflikte im sozialen Umfeld, zerbrochene Beziehungen, Arbeitsplatzverlust. Niemand ist eine Insel.

Coaching-Falle 6: Ausweichen, Ausweichen, Ausweichen. Je näher wir einem unserer wunden Punkte kommen, umso höher die Gefahr, dass wir ausweichen und uns selbst belügen. Spätestens beim bekannten Sager, dass Umwege die Ortskenntnis erhöhen solltest du nachdenklich werden: Was sollte jemand beim Metzger wenn er oder sie sich Brötchen vom Bäcker besorgen möchte?

Coaching-Falle 7: Alles fließt – die Einheitserfahrung. Sich in der Unendlichkeit des Seins zu verlieren ist eine interessante Grunderfahrung unseres Menschseins. Gutes Coaching begleitet dich möglicherweise durch eine derartige Erfahrung hindurch. Mit der Betonung auf hindurch. Am Ende solltest du mit beiden Beinen wieder auf dem Marktplatz angekommen sein.

Stell dir ein rotes Warnsignal vor. Und lass es heftig blinken und schrillen, wann immer du in die Nähe einer dieser Fallen kommst – am besten schon bevor du dich für ein Coaching entscheiden.

So kannst auch du aus einem Coaching großen Nutzen ziehen.

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Selbstreflexion - 7 Fehler

Selbstreflexion – 7 Fehler, auf die Sie getrost verzichten können

Ob die gegenwärtigen Herausforderungen zwischen Flüchtlings-, Währungs- und Umweltpolitik wirklich so außergewöhnlich sind, wie Manche es gerne darstellen, sei dahingestellt. Anspruchsvoll sind sie allemal – und lassen kaum jemanden wirklich kalt. Und dann gibt es ja auch noch die üblichen betrieblichen wie auch ganz persönlichen Themen, die ihren Tribut fordern.

Sich angesichts vielseitiger und komplexer Herausforderungen sinnvoll zu fokussieren statt in allgemeine Aufgeregtheit zu entgleiten, bedarf einer gehörigen Portion Selbstkompetenz. Selbstreflexion – Eine Fähigkeit, die nur schadet, wo sie fehlt.

Mentale Alarmsignale, aufwallende Emotionen oder Aktivismus – auf welchen Kanälen sich diese Zustände erhöhter Aufmerksamkeit konkret äußern ist Stilsache. Klar im Vorteil ist jedoch, wer ein gutes Gespür für die eigenen Energien entwickelt und mit seinen Reaktionsmustern einigermaßen vertraut ist.

Insofern ist jede „Krise eine Chance“ – aber eben auch eine Herausforderung, bei der man in die eine oder andere Falle tappen kann.

1. Verschlafen – Herausforderungen nicht (rechtzeitig) erkennen

Die Tage sind zum Bersten angefüllt. Deadlines, Meetings, Netzwerkkontakte. Üppige Geschäftigkeit lässt sich durchaus als Umtriebigkeit, Geschick und Fleiß darstellen. Gleichzeitig ist sie eine der größten Fallen auf dem Weg zu sich selbst.

Wer Alarmsignale rechtzeitig erkennt und darauf angemessen reagiert, erspart sich das „Ich hätte es wissen müssen“ derjenigen, die erst im Nachhinein schlauer sind.

2. Taubheit – Herausforderungen leugnen

Ja, es gibt Zeiten und Situationen, in denen man eine „heiße Kartoffel“ tunlichst nicht in die Hand nimmt. Es ist nicht immer klug, „schlafende Hunde zu wecken“ und wer hätte nicht schon am eigenen Leib erfahren: „Never touch a running system“.

Wer es sich jedoch zur Gewohnheit macht, sich auch lästigen Herausforderungen frühzeitig zu stellen, erspart sich unnötige und nicht selten dramatische Eskalationen.

3. Ohnmacht – Die süße Opferrolle

Das Thema drängt mit einiger Macht auf die Agenda und lässt sich nicht mehr leugnen – aber wie um Himmels Willen sollen Sie bloß damit umgehen? Gerade jetzt und unter diesen Umständen? – Why allways me?

Wer sich auch von großen Herausforderungen nicht entmutigen lässt, wächst mit der Aufgabe: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

4. Ablenkung – Scheingefechte auf Nebenschauplätzen

Dass es so nicht weitergehen kann, liegt inzwischen auf der Hand. Es liegt was in der Luft – Motivation und Stimmung sind im Keller. Auf welchem Nebenschauplatz inszenieren Sie in solchen Situationen gerne Ihre Scheingefechte?

Wer der Einladung zu erschöpfendem Engagement an Nebenfronten widersteht, spart Kraft und Energie für die konstruktive Arbeit an den wirklich wichtigen Themen.

5. Überheblichkeit – Es soll keiner sagen, man hätte nicht gewarnt

„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ – so lautete vor Zeiten der Slogan einer Kindersendung für Verkehrssicherheit. Doch sind die Herausforderungen des Erwachsenenlebens meist größer als gefahrlos die Straße zu überqueren …

Wer aus seinen Worten Taten werden lässt statt mit erhobenem Zeigefinger, aber untätig auf mögliche Gefahren hinzuweisen, wird Teil der Lösung und bleibt im Spiel.

6. Unbelehrbarkeit – Wer einen Hammer hat, für den ist alles ein Nagel

Erfahrung ist unbezahlbar – jedoch nur, wenn man daraus lernt. Das Problem mit vorschnellen Lösungen ist häufig, dass sie einer Geisteshaltung entstammen, die überhaupt erst zum Problem geführt hat.

Wer die Wahl von Mitteln und Wegen regelmäßig kritisch überprüft und gute Lösungen durch bessere ersetzt, erspart sich mühselige Umwege und Wiederholungen.

7. Arroganz – Sich selbst zu wichtig nehmen

Sie haben also einen brillanten Lauf zwischen beruflichen und privaten Herausforderungen hingelegt, sich dabei niemals ernsthaft verletzt – jedenfalls nicht so sehr, dass Sie nicht mehr aufzustehen imstande waren? Gratulation!

Wer sich dennoch den Respekt vor den Unwägbarkeiten des Lebens erhält, bleibt gerüstet für heftigere Stürme, die mitunter wie aus dem Nichts auftauchen.

Die hohe Kunst der Selbstreflexion

Die moderne Psychologie lässt uns wissen, dass ein erschreckend hoher Anteil unserer Handlungen weitgehend automatisierte Wiederholungen eingeübter Verhaltensmuster seien. So weit her sei es gar nicht mit unserer hoch geschätzten Selbstbestimmtheit.[nbsp]

Eine umso lohnenswertere, wenn auch nicht ganz triviale Herausforderung ist es, diesen Automatismen ein wenig auf den Zahn zu fühlen und sie dort, wo sie sich einfach als unangemessen erweisen, durch bessere Alternativen zu ersetzen.

Den eigenen Mustern auf die Schliche kommen – aber wie?

Dass man sie nicht so leicht erkennt, das haben blinde Flecken so an sich. Doch gibt es eine Reihe bewährter Ansätze, die weit mehr zu bieten haben als selbstverliebte Selfie-Nabelschau:

Unterschiedliche Impulse und Übungen zur eigenständigen Selbstreflexion, die obligatorische Selbstcoaching-App, ein begleitetes Coaching face-to-face, per Skype oder Telefon, umfassendere und längerfristige Angebote zur Selbsterfahrung bis hin zur Therapie.

Das Angebot ist vielfältig und die anbietenden Branchen bieten eine respektable Bandbreite an Erfahrungen und Expertise.

Selbstreflexion – Ein Ansatz mit Potenzial!

Vor Kurzem fand an der ETH Zürich eine höchst spannende Tagung über Leadership in Extremsituationen statt. Praxiserprobte Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Medizin, Wissenschaft, Militär und Politik berichteten über ihre Erfahrungen im Umgang mit eskalierenden Krisen und Katastrophen.

Das Resumée des Veranstalters: In diesem Bereich der Selbstreflexion liegt noch enormes Potenzial!

Allein: Den Willen, sich in die eigenen Tiefen vorzuwagen – den müssen wagemutige Seelen immer noch selbst aufbringen. Und das ist auch gut so.

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Tragfläche eines Flugzeugs über den Wolken

Flow. Was, wenn grad gar nix fliesst?

Flow heißt das Zauberwort. Stein der Weisen, Heiliger Gral für Menschen, die gerne anpacken.

Doch was tun, wenn grad gar nichts fließt? Wenn Sie den Eindruck haben, als hätte sich die ganze Welt gegen Sie und Ihre Bemühungen verschworen?

Sie hätten gerne mehr davon? Flow in Ihrer Karriere, Ihren Beziehungen, Ihrem Leben? Dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Flow. Was, wenn grad gar nix fließt?

Flow bezeichnet einen Zustand des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, die sich quasi von selbst erledigt. Damit verbunden sind intensive Glücksgefühle, die bis zu Trancezuständen reichen können – lodernde Begeisterung, ungebremstes Engagement.

Was auf den ersten Blick uneingeschränkt positiv auf uns wirkt, hat auch seine Kehrseite. Extreme Ideologien „rechts“ und „links“ der gesellschaftlichen Mitte, rücksichtslos einseitige Geschäftsbeziehungen, Suchtphänomene – sie alle reiten fraglos auf der Welle „Flow“, versprechen Glück und verschweigen die Asche, wenn das Feuer niedergebrannt ist.

Coaching Tipp: Flow

Bevor wir’s angehen also noch ein paar Hinweise. Damit die Risiken und Nebenwirkungen überschaubar bleiben:

  1. Machen Sie sich zuerst klar, was Sie wirklich wollen und wo Sie Ihre persönlichen Grenzen ziehen. An anderer Stelle habe ich für Sie ein paar Tipps zusammengefasst, wie Sie Ziele finden, die es wert sind. Seien Sie besonders achtsam, wenn Sie diese Ihre Ziele noch nicht gefunden oder derzeit aus den Augen verloren haben und „nur den Kick“ suchen. Niemand wird Sie vor sich selbst bewahren – das ist allein Ihre ehrenwerte Aufgabe.
  2. Pfeifen Sie auf „gute Ratschläge“. Glauben Sie niemandem. Finden Sie Ihren ganz persönlichen Zugang zu dem, was man als „Flow“ bezeichnen könnte. Konzepte und Rezepte – auch dieser Coaching-Tipp – können Ihnen wertvolle Hinweise liefern, aber nicht mehr.
  3. Setzen Sie sich ernsthaft mit der Thematik auseinander und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie dafür brauchen. Bedenken Sie dabei, dass Ihr aktives Engagement in der Sache nur eine von mehreren Zutaten ist, dass Sie mit krampfhafter Anstrengung alleine vermutlich rein gar nichts erreichen. Doch den Tüchtigen gebührt das Glück.
  4. Überprüfen Sie Ihre Motivation. Wenn es Ihnen „nur“ darum geht, erfolgreich zu sein – angesehen, geschätzt, respektiert. Wenn es Ihnen „nur“ darum geht, Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder einer unangenehmen Situation zu entkommen, laufen Sie Gefahr, Ihr Haus auf Sand zu bauen.

Sie haben zumindest eine Ahnung, in welche Richtung Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken wollen? Was das Anliegen ist, hinter dem Sie wirklich stehen, für das sich der ganze Aufwand lohnt?

Dann steht Ihnen nichts mehr im Wege. Also: Packen wir’s an!

Das, was gemeinhin als „Flow“ bezeichnet wird, können wir meist nicht auf direktem Weg erreichen. Es gibt da kein Rädchen an dem wir drehen und keinen Schalter, den wir umlegen könnten, um auf direktem Weg unser Ziel zu erreichen.

© Defranceschi

Wir können aber günstige Rahmenbedingungen schaffen, die eine entsprechende Entwicklung möglich machen. Indem wir darauf achten, unser Engagement in einem gesunden Raum zwischen Unter- und Überforderung zu halten – und an den richtigen Stellen zu wachsen.

Anforderungen

Gehören Sie zu den Menschen, die dazu neigen, sich die Latte hoch zu legen? Sehen Sie es als sportliche Grundeinstellung, mit dem zweiten Platz nicht zufrieden zu sein? Dann könnte es recht vernünftig sein, zuerst einmal 2 Gänge zurück zu schalten und etwas bescheidener anzufangen. Zerlegen Sie Ihr großes Ziel in kleinere Häppchen, die Sie besser überschauen und leichter erreichen können. Die meisten Erfolge über Nacht beruhen auf 20 Jahren Vorbereitung und die Glühbirne von Edison hat bekanntlich erst nach tausenden Versuchen ordentlich geleuchtet. In diesem Sinne könnte es vernünftig sein, ausnahmsweise einmal kleinere Brötchen zu backen.

Oder sind Sie eher eine Couch-Potato, die sich gerne und (zu) häufig schont? Dann sagen Sie Ihrem Inneren Schweinehund mal leise Servus, treten Sie mal etwas kräftiger auf’s Gas und gönnen Sie sich die Erfahrung von: „Ja, ich hab’s geschafft!“

Fähigkeiten

Ziehen Sie einmal nüchtern Bilanz. Fragen Sie sich, welche Fähigkeiten denn idealerweise erforderlich wären, um Ihr Anliegen schwungvoll weiter zu bringen. Haben Sie den Eindruck, dass Ihnen noch Wesentliches fehlt? Dann machen Sie sich schlau, wie Sie das aufholen können. Der Weiterbildungsmarkt ist voller toller Angebote und engagierter Persönlichkeiten, die Sie sicher gerne dabei unterstützen.

Gleichzeitig: Prüfen Sie auch hier Ihre Motivation – es macht wenig Sinn, sein Seelenheil in einer weiteren Ausbildung zu suchen, wenn die Zeit einfach nur reif ist für einen Sprung in’s kalte Wasser. Die Herausforderung, die eigenen Fähigkeiten im Markt zu beweisen wird Ihnen auch ein weiterer Doktortitel nicht abnehmen.

Das rechte Maß

Sorgen Sie für ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zwischen den Anforderungen, denen Sie sich stellen, und den Fähigkeiten, die Sie bereits entwickelt haben. Natürlich haben wir „in freier Wildbahn“ das eine oder andere Mal mit Situation umzugehen, in denen diese Ausgewogenheit nicht so leicht herzustellen ist. Doch auch ein Flugzeug befindet sich nur selten auf Idealkurs – und kommt doch in aller Regel gut an seinem Zielflughafen an. Abweichungen nach links oder rechts, nach oben oder unten gehören zum Spiel – auf die Bereitschaft und das Geschick, die vorhandenen Steuerungsmöglichkeiten und Gestaltungsspielräume zu erkennen und zu nutzen kommt es an!

Wenn Sie sich dabei noch nicht sehr sicher fühlen oder den Eindruck haben, Wesentliches zu übersehen: Nehmen Sie Kontakt mit einem qualifizierten Coach Ihres Vertrauens auf. Er oder Sie wird Sie gerne dabei unterstützen, Ihren Kurs neu festzulegen und in den Korridor zurückzukehren, in dem sich „Flow“ ereignen kann.

Flow. Was, wenn grad gar nix fließt?

Eins noch. In machen Kreisen scheint es zum guten Ton zu gehören, sich über die knapp bemessene Zeit zu beklagen. Dass Wesentliches ungetan bliebe und das Leben in seiner ganzen Fülle an uns vorbeijage.

Was hält uns eigentlich davon ab, die eine oder andere Stagnationsphase auch mal … einfach zu akzeptieren? Sich Zeit zu nehmen für Liegengebliebenes? Für Spiel und Spaß mit Freunden und Familie, einen Krankenbesuch, das angestaubte Hobby aus längst vergangenen Tagen?

So manches Flow-Erlebnis ereignet sich nun einmal erst, wenn wir endlich aufhören, irgend etwas nachzujagen und stattdessen die Augen aufmachen für das, was bereits vorhanden ist.  😉

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Daumen hoch mit aufgemaltem Smiley

Menschen mögen. Das lässt sich lernen

Wenn es auch bei Ihnen manchmal so richtig „menschelt“ und Emotionen hohe Wellen schlagen. Wenn Sie manchmal so gar keine Freude mit Ihren Zeitgenossen haben und daran gerne etwas ändern möchten, dann ist der folgende Coaching Tipp für Sie genau richtig:

Menschen mögen. Das lässt sich lernen.

Da gibt es dieses eine Projekt, das Sie in Ihrem Team schon seit langem vorantreiben wollen. Zwei Kollegen sehen das Thema völlig anders und lassen Sie an die Wand rennen. Sachliche Argumente werden  … einfach nicht gehört. Inzwischen nehmen Sie es persönlich.

Ihr Kind ist auch grad in einer schwierigen Phase – Pubertät halt. Klar, dass es da hin und wieder Reibereien gibt.

Und in der Partnerschaft – ach lassen wir das. Weihnachten, Urlaub, Vollmond … es gibt offensichtlich immer einen Grund, dass unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche aneinander geraten.

Aber muss das wirklich so sein?

Coaching Tipp: Menschen mögen.

Wer sich schon mal etwas mit Managementtheorie befasst hat, kennt die „X-Y-(Z)-Theorie“. Dabei geht es um Menschenbilder – und die wirken natürlich auch im ganz persönlichen Bereich.

„Theorie X“ geht davon aus, dass der Mensch faul und unwillig ist.

„Theorie Y“ widerspricht dem und behautet das Gegenteil: Der Mensch ist grundsätzlich engagiert und sucht in seinem Tätigsein nach Erfüllung.

„Theorie Z“ wagt eine Synthese und meint, der Mensch sei je nachdem. Man müsse sich mit ihm auseinandersetzen und ihn beteiligen, dann stiegen Motivation und Produktivität – in unserem Fall ersetzen wir das durch Wohlbefinden (und meinen damit auch ein Quäntchen Begeisterung für das, was wir tun).

Schritt 1 unserer Coaching-Übung besteht darin, unser Menschenbild zu prüfen. Nehmen Sie mal so eine ganz konkrete Situation, in der es in Ihrem Umfeld „menschelt“. Dieses Projekt vielleicht, das Sie einfach nicht voranbringen. Haben Sie schon eine Ahnung, welches Menschenbild da bei Ihnen wirksam ist? Was Sie in dieser konkreten Situation Ihren Kollegen unterstellen?

Schreiben Sie das in einem einzigen konkreten Satz auf ein Blatt Papier: „Person X tut, macht, …“

Schritt 2 – Von Albert Einstein stammt das Bonmot, Probleme könne man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Um in unserer Angelegenheit weiter zu kommen, benötigen wir also eine andere Denkweise.

Ergreifen Sie jetzt einmal bewusst Partei für Ihr Gegenüber: Schreiben Sie 3 gute Argumente auf, die für die Sichtweise Ihres Gegenübers sprechen.

Schritt 3 – Wer zwei Schritte gegangen ist, hat seinen Standpunkt verändert. Es wird keines Ihrer beiden Beine mehr dort stehen, wo Sie zu Beginn der kurzen Reise gestanden hatten. Wenn Sie also in einer konkreten Situation Ihr Menschenbild ernsthaft geprüft und bewusst einmal die Perspektive Ihres Gegenübers eingenommen haben, haben Sie sich bereits ein klein wenig verändert. Sie sind mit dieser Person etwas vertrauter geworden, haben sich in sie hineinversetzt, sind ihr etwas näher gekommen. Diese simple Vorgehensweise wirkt immer – egal, ob es sich dabei um einen Kunden, Lieferanten, ihren Boss oder die Kollegenschaft handelt. Egal, ob im beruflichen, gesellschaftlichen oder privaten Kontext.

Sie haben es also gewagt, diesem „Du“ ein wenig näher zu kommen. Versuchsweise und ganz diskret, versteht sich. Und? Finden Sie das Verhalten dieser Person so gesehen nicht auch verständlich? Möglicherweise sogar ein wenig … liebenswert?

Schauen Sie einfach mal auf das, was Sie an dieser Person schätzen und mögen. Schreiben Sie auch das auf Ihr Blatt Papier: „Ich mag das: …“

Und dann. Tja, da wäre noch was. Der Film „Matrix“ ist bekannt – oder? Blaue oder rote Pille?

Wer sich für die blaue Pille entscheidet – also nicht tiefer eindringen will in’s Thema – möchte an dieser Stelle vielleicht nicht weiterlesen. Auf Wiedersehen dann, es war mir ein Vergnügen.

Wer in diesem Fall mehr auf rot steht, wird es sich nicht nehmen lassen noch einen weiteren Schritt zu gehen.

Schritt 4 erfordert nochmals ein Umdenken. Für die, die ihn gehen wollen, ist das keine besondere Herausforderung mehr. Umdenken ist ihnen zur lieben Gewohnheit geworden (auch wenn’s nicht immer leicht fällt).

Gehen Sie nochmals zurück ganz an den Anfang Ihrer Übung.

Schreiben Sie den ersten Satz Ihrer Übung nochmals auf ihr Blatt Papier und ersetzen dabei den Namen von „Person X“ durch ihren eigenen Namen.

Erkennen Sie die Parallelen?

Klar haben wir manchmal unsere liebe Not mit uns selbst und mit unseren Zeitgenossen. Aber im Grunde sind wir doch alle … irgendwie liebenswert, oder?

Man muss die Menschen mögen.

Man muss die Menschen mögen. Die Alten und Jungen. Die Lauten und die Leisen. Die Attraktiven und die Entstellten. Die Gewöhnlichen und die Auffälligen. Die Anderen und sich selbst.

Man muss die Menschen einfach mögen. 😉

© Header Photo by S. Hofschlaeger / pixelio.de