Coaching Tipp: Entscheiden - Realität und Wirklichkeit ... Defranceschi Consulting, Gaissau, VorarlbergSie sind ein grundvernünftiger Mensch und verlassen sich bei Ihren Entscheidungen nicht gerne auf die Anzahl der Blütenblätter eines Gänseblümchens? Entscheiden lieber auf einer soliden Grundlage?

Im folgenden Coaching Tipp erfahren Sie, wie die Unterscheidung zwischen „Realität“ und „Wirklichkeit“ Ihnen dabei helfen kann, aus Entscheidungssituationen das Beste zu machen!

Entscheidungen erfordern Klarheit. Entweder – oder. Ja oder nein, Schwarz oder Weiß. Wer bei seinen Entscheidungen jedoch Realität und Wirklichkeit gleichermaßen berücksichtigt, kann sich auf so manches Abenteuer gefasst machen, das eine scheinbar einfache Entscheidungsfrage auslöst: Willst du dir als Firmenwagen einen Tesla kaufen?

Entscheiden – Realität und Wirklichkeit

Coaching-Tipp: Entscheiden - Realität und Wirklichkeit

Defranceschi © 

Die Realität ist für dich und mich die selbe: Farbwerte sind exakt festgelegt, wir alle wissen, was unter „Messer und Gabel“ zu verstehen ist und es steht außer Streit, was ein Kuss ist.

Die damit verbundenen Wirklichkeiten können jedoch sehr unterschiedlich sein: Die Farbe weiß wird in westlichen Ländern mit Reinheit, in Asien mit Trauer assoziiert. Beim Gedanken an „Messer und Gabel“ läuft nur einem kleinen Teil der Weltbevölkerung das Wasser im Mund zusammen – weltweit sind Stäbchen, das durchaus gepflegte Essen mit den Händen oder das Schlürfen aus entsprechenden Behältnissen state of the art. Und welche Bedeutung einem Kuss beigemessen wird, darüber sind sich nicht einmal die Kids einer einzigen Schulklasse einig.

Realität und Wirklichkeit können also völlig unterschiedliche Aspekte eines Sachverhalts sein – selbst bei scheinbar banalen Fällen wie der Auswahl eines Automobils. Umso mehr, wenn es um Zwischenmenschliches geht.

Coaching Tipp: Entscheiden – Realität und Wirklichkeit

Solide Entscheidungen berücksichtigen Realität und Wirklichkeit gleichermaßen – versuchen Sie es bei nächster Gelegenheit einmal mit diesem Selbstcoaching-Tool:

Schritt 1: Sammeln

Nehmen Sie wie beim Coaching-Tipp zum Thema Entscheidungsfindung ein Blatt Papier zur Hand und zeichnen Sie eine Matrix mit sechs Feldern auf:

Die X-Achse betrachten wir als Beziehungsachse mit den Kategorien „ich“ – „wir“ – „du“ (oder „die Anderen,wenn von der Angelegenheit ein größerer Personenkreis betroffen ist).

Die Y-Achse bildet die Aspektachse mit den beiden Kategorien „Realität“ und „Wirklichkeit“ ab.

Bei komplexeren Themen kann es schon mal sinnvoll sein, die Matrix als Puzzle aus 6 ganzen Seiten zu erstellen.

Coaching-Tool: Entscheiden - Realität und Wirklichkeit

Coaching Tool „Entscheiden“ – anklicken, ausdrucken, verwenden. Defranceschi © 

Jetzt nehmen Sie einen Stift zur Hand und tragen alle Informationen in das entsprechende Feld ein, die Sie bereits gesammelt haben. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf, ohne sich selbst dabei zu zensurieren – nehmen Sie sich dafür 10 bis 15 Minuten Zeit:

  • Sie wollten sich als Firmenwagen einen Tesla kaufen? ich – Realität
  • Für Sie bedeutet diese Marke „Erfolg“? ich – Wirklichkeit
  • Ihr Chef sieht darin Verschwendung? du – Wirklichkeit
  • Sie können ein interessantes Angebot eines vertrauenswürdigen Händlers vorlegen? wir – Realität
  • Ihr Chef legt Ihnen 3 günstigere Alternativen zur Auswahl vor? wir – Realität
  • Sie können sich für keines der 3 Modelle erwärmen? ich – Wirklichkeit
  • Das Thema beginnt, Ihre Beziehung zu Ihrem Chef zu belasten? wir – Wirklichkeit

Schritt 2: Muster Erkennen

Wo sind die Felder, die überquellen vor Informationen – und wo jene, in denen Sie wenig oder vielleicht gar nichts eingetragen haben? Wir alle haben Gewohnheiten und pflegen Betrachtungsweisen, die uns allzu häufig kaum bewusst sind. Mit dieser einfachen Methode des Aspekte-Sammelns und –Kategorisierens machen Sie sich Ihre Denkspuren sichtbar … und damit verfügbar:

  1. Habe ich bei meinen Überlegungen alles berücksichtigt oder fehlen wesentliche Aspekte?
  2. Sehe ich das wirklich so oder ist meine Einschätzung „nur“ das Ergebnis meiner Gewohnheiten?
  3. Hilft mir diese Art mit dem Thema umzugehen tatsächlich weiter oder behindert sie mich eher?

Schritt 3: Fehlendes Ergänzen

Sie haben also möglicherweise erkannt, dass Sie Ihre eigene Wirklichkeit sehr stark berücksichtigen und die gemeinsame Realität und Wirklichkeit im Unternehmen aus dem Blick verloren haben – oder umgekehrt?

Kein Problem: Jetzt, da Sie diese Verzerrung erkannt haben, tun Sie sich deutlich leichter, das noch Fehlende zu ergänzen: Tun sie es und tragen Sie auch diese weiteren Aspekte in Ihrer Matrix ein – vielleicht mit einer anderen Farbe?

Schritt 4: Auswerten

Sie haben jetzt alle Aspekte des betreffenden Themas gesammelt? Sind zuversichtlich, dass Sie nichts Wesentliches mehr übersehen haben? Gut: Dann geht es jetzt an’s Auswerten:

Gehen Sie Feld für Feld durch und fassen Sie alle dort enthaltenen Einträge zusammen: Macht Ihnen das, was Sie dort lesen, Mut? Gibt es Ihnen Kraft und Zuversicht? Dann geben Sie dem Feld ein „+“ … oder vielleicht sogar ein „++“?

Verursachen Ihnen die dort enthaltenen Aspekte Kopfweh, wirken belastend oder kräfteraubend? Dann geben Sie dem Feld ein „-“ … oder vielleicht sogar ein „- -“?

Sie können hier nach Belieben mit Größe, Farbe oder mit Zahlenwerten und Skalen experimentieren – das Wichtigste ist, dass Sie sich ein vertiefendes Verständnis für Ihr Thema verschaffen: Betrachten Sie jetzt die „Spalten- und Zeilensummen“.

Wenn Sie die Spalten „ich“, „wir“ und „du“ zusammenfassen – gibt es eine Kategorie, die deutlich mehr positive Aspekte aus Realität und Wirklichkeit enthält oder sind die Kategorien ausgeglichen? Ist die „Wir-Dimension“ positiv hinterlegt und Sie erkennen, dass Sie gemeinsam am selben Strang ziehen oder kommen da eher Zweifel auf? Dann möchten Sie vielleicht etwas mehr Energie für den Zusammenhalt investieren … oder Sie erkennen, dass die Zeit reif ist für eine Veränderung?

Wenn Sie die Zeilen Realität und Wirklichkeit zusammenfassen – haben Sie zu Realität und Wirklichkeit einen ausgewogenen Zugang? Oder möchten Sie vielleicht einmal dem weniger beachteten Aspekt etwas mehr Aufmerksamkeit schenken?

Entscheiden – Realität und Wirklichkeit

Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Ihnen die ernsthafte Auseinandersetzung mit einer scheinbar simplen Entscheidungsfrage wie der nach dem Erwerb einer spezifischen Automarke Antworten auf Fragen gibt, die Sie zuvor gar nie gestellt hatten. Das ausgewogene Einbeziehen von Realität und Wirklichkeit führt gerne zu solchen völlig unerwarteten Ergebnissen. 😉

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