Running Gag – Grundsätzliches zur (Selbst) Wahrnehmung

Weshalb wir nicht unbedingt das Selbe meinen, wenn wir vom Selben reden.

Ich hab mir letzte Woche ein neues Smartphone angeschafft – das war schon länger überfällig. Seither rennen alle mit dem selben Gerät herum. Meine ich zumindest.

Zufall? – Keineswegs.

Die Anzahl der tatsächlich kursierenden Geräte hat sich vermutlich von Donnerstag auf Freitag nicht wirklich wesentlich verändert. Aber meine Aufmerksamkeit dafür hat sich sehr wohl verändert. Weil ich mich damit auseinander setzen musste.

Früher, als unsere Familie noch im Wachsen war, waren es Kinderwagen, die plötzlich überall aufzutauchen schienen. Oder die Autos der entsprechenden Marke und / oder Farbe.

Wer kennt das nicht. „Energy flows where attention goes“ heißt es. Oder „Du siehst die Welt nicht so wie sie ist, sondern so wie du bist.

Thomas Metzinger meint in seinem Buch „Der Ego-Tunnel“ sogar, wir selbst seien nichts als ein virtuelles Selbst, das eine virtuelle Welt wahrnähme.

Das mögen wir vielleicht als hartes Urteil über uns und unser Wahrnehmungsvermögen empfinden. Und doch müssen wir zugeben, dass jede billige Handykamera die Außenwelt objektiver und klarer wahrnimmt als wir.

Hatte der Mann jetzt braune oder schwarze Schuhe an? Trug die Frau eine Bluse oder ein Sweatshirt? … Schon bei recht simplen Fragen müssen wir beschämt zur Kenntnis nehmen, dass es mit unserer Wahrnehmungsfähigkeit nicht besonders weit her ist.

Wer diese Spur noch etwas weiter verfolgen möchte, suche auf youtube nach „the colour changing card trick“. Ok? Gut.

Wir kommen mit dieser Unschärfe erstaunlich gut zurecht. Aber das liegt wohl zumeist daran, dass weite Teile unserer Begegnungen mehr an ein „aneinander-vorbei“ erinnern als an ein miteinander.

Wir reden zwar vom Selben, meinen aber mitunter ganz etwas anderes.

Katharina Wieland Müller  / pixelio.de - Quod.X® - Das Experiment - WahrnehmungWir müssen also zur Kenntnis nehmen, dass wir nur einen recht bescheidenen Ausschnitt der Wirklichkeit wahrnehmen und dass dieser Ausschnitt stark davon abhängt, was uns im Moment grad beschäftigt.

Wir kreisen in hohem Maße um uns selbst. Wen wundert’s, wenn wir uns manchmal vorkommen, als wären wir in einer Endlosschleife gefangen?

… und täglich grüßt das Murmeltier.

Genau da setzt meine Arbeit mit Quod.X® an. Lasst uns hier mal genauer hinschauen, Erfahrungen austauschen und dem Murmeltier Lebewohl sagen: im persönlichen Bereich wie in komplexen Business-Kontexten!

Meine Erfahrungen

Wenn das Verändern von Gewohnheiten, Einstellungen und Mustern ansteht kann es schon mal vorkommen, dass wir den Eindruck haben, als müssten wir „Knochenarbeit“ verrichten.

Ich habe aber auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass solche Vorhaben – an der richtigen Stelle angepackt – lustvoll und spannend sein, ja sogar richtig Spaß machen können.

Der Quod.X® – eCoach bietet dementsprechend eine kurze Coaching-Übung an, die natürlich nicht von ungefähr kommt. Auf Basis der ausgewählten Begriffe wird ermittelt, in welchem Bereich ein sanfter Impuls mit hoher Wahrscheinlichkeit zu positiven Resultaten führt. Dieser Impuls setzt immer an den vorhandenen Stärken an.

Auch für Anwendende der Quod.X® – Onlinereflexion können entsprechende Impulse rechnerisch ermittelt werden. Das bewährt sich in der Praxis vor allem bei größeren Personengruppen, bei denen eine persönliche Betreuung nicht mehr möglich ist.

Ein bisschen aufwändiger, dafür aber ganz ohne EDV-Unterstützung möglich ist die folgende

Wahrnehmungsübung

Vergegenwärtigen Sie sich eine Situation, die in Ihrem Leben immer wieder nach dem selben Muster abläuft: Die Begegnung am Frühstückstisch. Die Begrüßung im Büro. Der Gruß gegenüber dem Nachbarn.

Lassen Sie die entsprechenden Szenen wie in einem Film vor Ihrem inneren Auge ablaufen – so lange, bis das dahinter liegende Muster genau erkennbar wird: Der routinierte Ablauf. Das Grüßen ohne wirklich hinzuhören. Die achtlose Erwartungshaltung … „eh schon wissen“.

Rücken Sie jetzt einmal versuchsweise die Szene in ein neues Licht. Machen Sie einfach mal etwas ganz Anderes. Grüßen Sie im Büro anders. Lassen Sie die guten oder weniger guten Erfahrungen mit dem Nachbarn beiseite und treten Sie ihm anders als gewohnt gegenüber.

Sie werden dabei auf eines der folgenden Phänomene stoßen:

  • Das Gegenüber bemerkt gar nicht, dass Sie sich ganz anders verhalten.
  • Das Gegenüber scheint es zu bemerken, zeigt aber lediglich eine irritierte Reaktion.
  • Das Gegenüber bemerkt die Veränderung: „Was ist denn heute mit dir los?“
  • Das Gegenüber nimmt die Veränderung wahr und reagiert auch selbst ganz neu.

Wirklich spannend ist eigentlich nur die letzte Variante, oder?

Quod.X® – Das Experiment

Erfahrungsaustausch im geschützten Raum einer geschlossenen Facebook-Gruppe zwischen 2. November und 7. Dezember 2014.

Wer mitmachen möchte ist – Herzlich Willkommen.

Literatur- und Filmtipp

Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik

by Thomas Metzinger [Piper Taschenbuch]
Rank/Rating: 18582/-
Price: EUR 12,00


Und täglich grüßt das Murmeltier [Special Edition]

by John Bailey [Sony Pictures Home Entertainment]
Rank/Rating: 637/-
Price: EUR 5,97