Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Wie es besser gelingt, den konkreten ersten Schritt zu setzen – jetzt!

Ich bin ja ab und zu auf der Autobahn unterwegs – da bin ich nicht der Einzige.

Die Blechlawinen ergießen sich bei mehr oder weniger freier Fahrt durch die Lande und haben eines gemeinsam: bei allem Beschleunigen und Abbremsen, Überholen und Einordnen, Hupen, Blinken, Rollen und Stauen … geht’s immer in eine Richtung: Vorwärts.

Quod.X® - das Experiment: Impuls 5 - Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - Petra Schmidt  / pixelio.deHaben wir mal vor lauter ich weiß nicht was eine Ausfahrt versäumt, hilft kein Schimpfen und kein Zetern. Wir fahren in Gottes Namen halt eine Ausfahrt weiter, wechseln auf die Gegenrichtung und nehmen den Umweg von ein paar Kilometern in Kauf. Wohl ober Übel.

Mit Verhaltensänderungen ist das nicht viel anders.

Da gibt es immer wieder diese verpassten Abfahrten, an denen wir mit mehr oder weniger hoher Geschwindigkeit vorbeirauschen und bestenfalls im Rückspiegel erkennen:

Mist. Da hätte ich vielleicht besser raus sollen.

Im Unterschied zu unserem Verhalten auf der Autobahn reagieren wir in solchen Situationen aber häufig ganz anders. Klar wissen wir, dass diese Bemerkung, die gerade im Begriff ist, aus uns heraus zu sprudeln, den unfruchtbaren Konflikt mit dem Gegenüber weiter anheizen wird. Wir wissen es und haben es häufig erfahren, dass genau diese Mine, diese Geste, diese Handlung im Grunde nur wieder einmal unsere Ohnmacht und Unfähigkeit aufzeigt, mit einer Situation etwas kreativer umzugehen – und das, selbst wenn wir uns mit „einem Ding“ anlegen.

Was ist mir nicht schon alles zu Boden gefallen beim unsinnigen Versuch, die Haustür aufzusperren, während ich Dieses und Jenes und das Handy grad auch noch in der Hand hielt …

Wir mögen vielleicht wissen, dass unser Verhalten weder angenehm noch hilfreich ist, und dennoch … tun wir es.

Blöd eigentlich.

Das eigene Verhalten tatsächlich zu ändern ist eine der schwierigsten Herausforderungen überhaupt. Das hat wohl damit zu tun, dass wir so Vieles in unserem beruflichen wie privaten Leben ganz automatisiert abrufen und uns im Grunde in einem recht simplen Reiz-Reaktions-Muster gefangen halten.

Ja. Wir sind nicht gefangen. Wir halten uns selbst gefangen.

Und es gibt natürlich auch einen Weg heraus.

Wie auf der Autobahn

Zurück zum Beispiel mit der Autobahn. Wann genau treten wir aus dem monoton-angepassten Mitfließen im Strom der Blechlawine heraus und wachen aus der selbstgewählten Geistesabwesenheit auf?

Dieser Augenblick, wenn wir erkennen, dass wir gerade unsere Ausfahrt zu verpassen im Begriff sind. Wenn es uns wie ein Stromstoß trifft, sich unsere Muskeln anspannen und uns plötzlich heiß und kalt wird.

Wir kalkulieren im Bruchteil einer Sekunde, ob sich eine abrupte Richtungsänderung doch noch irgendwie ausginge … und manch eine/r hat sich da wohl auch schon in Gedanken ausgemalt, einfach abzubremsen und den Retourgang einzulegen …

Genau besehen sind diese Augenblicke Momente höchster Präsenz und Gegenwärtigkeit. Da spüren wir, dass wir lebendig sind. 😉

Verhalten ändern

Zurück zu unserem Verhalten. Wann genau finden hier diese Momente der Geistesgegenwärtigkeit statt? Erstaunlicher Weise meist erst viel später. Wenn überhaupt.

Wir können uns tagelang in der falschen Sicherheit wiegen, dass zur Lösung eines Konfliktes oder einer unangemessenen Situation ausschließlich das Gegenüber einen Schritt setzen sollte.

Blöd eigentlich.

Dabei liegt die Lösung so nahe. Verlegen Sie den Augenblick der Geistesgegenwärtigkeit einfach etwas weiter nach vorne. Beginnen Sie damit, auf Ihrer persönlichen (Verhaltens-)Autobahn … die Augen auf zu machen.

Einfach, oder?

So geht’s leichter

Wo genau liegt das Problem, wenn wir an unserer Ausfahrt vorbeifahren?

Wir verlieren etwas Zeit – könnte man meinen. Genau genommen stimmt auch das nicht. Die Zeit ist nicht verloren, sondern für etwas verwendet, das wir in diesem Augenblick ganz bestimmt nicht wollen: Für ein genaueres Hinsehen.

Ich kann diesen Spruch ja überhaupt nicht leiden: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“. Wer interessiert sich für den Metzger, wenn er eigentlich unterwegs ist zum Bäcker.

Und doch ist da was dran: Vermutlich nehmen wir von einer 600 km langen Autobahnfahrt nur wenige Kilometer so genau wahr wie diese 3,7 km bis zur nächsten Ausfahrt, an der wir endlich zurück und wieder in Richtung unseres eigentlichen Ziels unterwegs sind – nur interessieren uns genau diese 3,7 km halt sowas von überhaupt nicht …

Beim Verändern von Verhalten ist für mich immer noch ein sehr bewährtes und wirksames Mittel das der Selbstbeobachtung. Ich tu mir zwar im Moment vielleicht schwer, dieses Verhalten einfach abzulegen und zu ändern. Aber ich kann es mir einmal genauer ansehen.

Immer und immer wieder. Mit jeder etwas bewusster erlebten Episode wächst in uns das Verständnis für die Mechanik, der wir uns da aussetzen. Wir nehmen die entsprechende Situation bewusst und im Laufe der Zeit auch immer detaillierter wahr.

Wenn wir oft genug um diese „Mauern von Jericho“ herum gewandert sind, werden sie sich uns auch auf die eine oder andere Art öffnen. Garantiert.

***

Wer mit dem Quod.X® – eCoach arbeitet, findet dieses Prinzip an zwei Stellen eingesetzt:

1. ist die Entscheidung zu einer kurzen Selbstreflexion mit dem eCoach bereits eine Unterbrechung des alltäglichen Trotts – ein „sich heraus-nehmen“ und sich selbst wahrnehmen.

Und 2. finden wir dieses Prinzip auch bei der Selektion der angebotenen Begriffe wieder. Es geht hier nicht darum, die entsprechende Fragestellung zu beurteilen oder zu bewerten sondern darum, sich selbst einfach einmal wahrzunehmen.

In der Quod.X® – Onlinereflexion ist dieser Aspekt noch deutlicher ausgeprägt. Durch den regelmäßigen Einsatz und das tägliche Hinschauen auf Erlebnisse und Erfahrungen, die uns noch beschäftigen, wird genau diese Fähigkeit zur Selbstreflexion im Alltag deutlich gestärkt.

Es macht einfach einen Unterschied, ob wir unsere Ausfahrten einfach nur versäumt haben und munter drauf los fahren – oder ob wir die wichtigsten Ausfahrten im Lauf der Zeit kennen und rechtzeitig die Spur wechseln um tatsächlich abzufahren!

Denn es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Quod.X® – Das Experiment

Erfahrungsaustausch im geschützten Raum einer geschlossenen Facebook-Gruppe zwischen 2. November und 7. Dezember 2014.

Wer mitmachen möchte ist – Herzlich Willkommen.